Homöopathische Schmerztherapie

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Homöopathische Schmerztherapie

Homöopathische Schmerztherapie

Jeder Mensch hatte schon einmal Schmerzen, schon als Baby leiden wir darunter. Schmerz wird fast immer als unangenehm empfunden und Betroffene möchten ihn möglichst schnell wieder loswerden. So wundert es nicht, dass pro Jahr in Österreich 5,6 Millionen Packungen Schmerzmittel verkauft werden. Doch den Schmerz zu stillen bedeutet nicht nur Gutes. Sowohl rezeptfreie als auch verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente haben mitunter schlechte Nebenwirkungen auf den restlichen Körper. Auch das Suchtpotential ist nicht zu unterschätzen. Deshalb suchen viele Menschen nach Alternativen. Die homöopathische Schmerztherapie stellt durch ihre Kombinierbarkeit mit anderen Medikamenten hier eine nebenwirkungsfreie und langfristige Lösung dar.

Was ist Schmerz eigentlich?

Der Weltschmerzorganisation nach wird Schmerz beschrieben als „unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist“. Dies zeigt zwei wichtige Faktoren: Einerseits ist Schmerz ein subjektives Befinden, das je nach Person anders erlebt wird. Andererseits weisen uns Schmerzen auf einen Schaden im Körper hin. Somit stellen sie eine wichtige Warnfunktion dar, die nicht immer bei ersten Anzeichen ohne Ursachenklärung unterdrückt werden sollte.

Homöopathie bei Knieschmerzen

Arten und Ursachen von Schmerzen

Schmerzen können auf unterschiedliche Erkrankungen hindeuten. Die Ursachen können Entzündungen, Verletzungen, Überlastungen, Gewebeschädigungen – aber auch seelischer und psychischer Natur sein. Sie können plötzlich auftreten oder sich langsam entwickeln und genauso auch nur kurz bestehen oder lang anhalten. Man unterscheidet daher in akute und chronische Schmerzen. Die Stärke und das Empfinden ist ein Zusammenspiel aus psychischen, biologischen und sozialen Faktoren. Familiäre und kulturelle Erfahrungen im Umgang mit Schmerzen spielen genauso eine Rolle wie das momentane Stimmungsbild und die Zusammensetzung der Nerven selbst, welche den Reiz an das Gehirn weiterleiten. Deshalb ist es wichtig Schmerzen richtig lokalisieren und beschreiben zu können, um deren Ursache herauszufinden und zu behandeln. Nur so kann dieses intelligente Frühwarnsystem seinen Zweck, das Vermeiden gröberer Schäden im Körper, erfüllen.

Frau mit Schmerzen

Anamnese und Beschreibung von Schmerzen

Chronische Schmerzen, oder solche, die Teil eines komplexen Krankheitsbildes sind, sollten vor der Einnahme homöopathischer Schmerzmittel unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden. Akute Schmerzen können auch in Selbstmedikation behandelt werden. Dabei ist es aber sehr wichtig genau zu hinterfragen, woher der Schmerz kommt, wie er beschrieben werden kann, welche Auslöser dazu geführt haben und wann es zu einer Verbesserung oder Verschlechterung kommt.

Wo? Lokalisierung der Schmerzen im Körper

Schon bei der ersten Frage für die homöopathische Schmerztherapie gilt es sehr genau zu sein. „Schmerzen im Kopf“ sind nicht ausreichend. Das Gebiet sollte eingegrenzt werden, beispielsweise auf Hinterkopf, Stirn, Schläfe oder Scheitel. Auch die Tiefe des Schmerzes kann man beschreiben. Ist der Schmerz muskulär oder eher am Knochen? Dafür braucht es ein feines Gespür für den eigenen Körper und ein konzentriertes Auseinandersetzen mit dem Schmerz.

Lokalisieren der Schmerzen zur besseren homöopathischen Schmerztherapie

Wie? Schmerz als Sinnes- und Gefühlserlebnis

Hat man den Schmerz erst einmal geortet, so kann man anfangen ihn zu beschreiben. Dabei gibt es zwei verschiedene Ebenen. Auf der Sinnesebene kann der Schmerz zum Beispiel als brennend, berstend, stechend, pochend, reißend, drückend oder ziehend empfunden werden. Die Gefühlsebene erweitert die Beschreibung um emotionale Komponenten, wie etwa quälend, mörderisch oder erschöpfend. Vor allem in der Homöopathie werden Erkrankungen auch durch die jeweilige Verbesserung oder Verschlechterung unterschieden. So ist es wichtig zu hinterfragen, ob der Schmerz beispielsweise bei Wärme oder Kälte besser wird, oder ob er sich zu gewissen Tageszeiten verschlechtert.

Warum? Auslöser von Schmerzen

Manchmal kann man den Schmerz gut beschreiben, weiß aber erst einmal nicht, wieso er da ist. Dabei gilt es jede Kleinigkeit zu hinterfragen, die in etwa zur selben Zeit aufgetreten ist. Selbst unbedeutende Verletzungen können manchmal schwerere Folgen nach sich ziehen. Zu dieser Frage gehören auch Symptome, die begleitend zu den Schmerzen auftreten. Je nach Ursache, die man so identifizieren kann, sollten Schäden durch Röntgen, MRT oder Blutbild abgeklärt werden.

Das Finden des richtigen Mittels in der Homöopathischen Schmerztherapie

Homöopathische Schmerztherapie in der Praxis

Sollten keine operativen Eingriffe notwendig sein und keine komplexen Erkrankungen vorliegen, können folgende homöopathische Mittel Schmerzen stillen:

Apis mellifica: Die schmerzende Stelle ist rot, heiß und geschwollen. Berührung und Wärme sind unangenehm, Kälte hingegen lindert den Schmerz.

Arsenicum Album: Die Stimmungslage der Betroffenen ist zusehends ängstlich. Die Beschwerden beginnen häufig nachts und werden begleitet von Blässe, Erschöpfung und Kälteempfinden.

Belladonna: Die Tollkirsche schafft Abhilfe bei plötzlichen und heftigen Schmerzen. Hände und Füße der Betroffenen sind kalt, während Kopf und Bauch heiß glühen. Bewegung und Erschütterung verschlimmern die Schmerzen.

Chamomilla: Ein beliebtes Mittel bei Ohren-, Zahn- und Bauchschmerzen. Die Betroffenen reagieren sehr empfindlich und sind reizbar.

Hypericum: Wird besonders bei Verletzungen durch Stürze, Bisse oder Stiche verwendet. Die Schmerzen treten plötzlich auf und schießen den Nerv entlang. Die Stimmung ist eher depressiv und Kälte verschlimmert den Schmerz.

Ledum: Wird gerne bei Tierbissen oder rheumatischen Beschwerden verschrieben. Im Gegensatz zu Apis ist die schmerzende Stelle, kalt, blass und geschwollen. Gelenkbeschwerden wandern von unten nach oben.

Das Finden des richtigen Mittels in der Homöopathischen Schmerztherapie
Je nach Anamnese der Schmerzen kann ein individuelles Mittel gefunden werden, dabei kann diese Liste durch homöopathische Ärzte noch vielfach ergänzt werden. In Apotheken gibt es bereits Komplexmittel, die verschiedene geprüfte Einzelmittel nach ihren häufigsten Anwendungsgebieten zusammenfügen und so beispielsweise bei Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen helfen. Die Mittel können in niedriger Potenz anfangs problemlos halbstündlich eingenommen werden, bis sich eine Linderung der Schmerzen zeigt. Sollte keine Besserung eintreten, oder die Schmerzen stärker werden, sollte man sich unbedingt an einen Arzt wenden.

 

Weiterführende Quellen: