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Die World Antimicrobial Awareness Week

World Antimicrobial Awareness Week

Der Einsatz von Antibiotika ist weltweit auf ungestopptem Höhenflug. Gesundheitsexperten stufen den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika in der Medizin als eine wesentliche Ursache für das sich weltweit verschärfende Resistenzproblem ein. Die exzessive Verwendung dieser Medikamente trägt dazu bei, dass mehr und mehr Bakterien dagegen unempfindlich, also resistent werden. Die Zunahme dieser gegen Antibiotika resistenten Keime führt dazu, dass Infektionen, die bisher gut mit Antibiotika zu behandeln waren, zu Problemfällen, kurz therapieresistent, werden können. Die World Antimicrobial Awareness Week setzt sich jedes Jahr im November dafür ein, Bewusstsein für die Problematik des exzessiven Antibiotikaeinsatzes zu schaffen und die Zunahme von Resistenzen zu stoppen.

Antibiotikaresistenzen sind eine große Bedrohung

Verheerender Trend zum vermehrten Einsatz von Antibiotika

Antibiotikaresistenzen gelten als eine der größten Bedrohungen unserer Zeit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist alarmiert und warnt vor einem übermäßigen Antibiotikaeinsatz, denn alleine in der EU sterben jedes Jahr 33.000 Menschen an den Folgen von Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen. Doch trotz der Warnungen der WHO geht der Trend zum vermehrten Einsatz von Antibiotika und nicht nur der generelle Einsatz von Antibiotika ist im Ansteigen, auch die Verwendung von „Antibiotika von allerhöchster Bedeutung in der Humanmedizin“ ist mit einem Anstieg von 11% im Vergleich zum Jahr 2019 in dramatisch gestiegen.

Wird dieser besorgniserregenden Entwicklung in der Veterinär- und Humanmedizin kein Einhalt geboten, wird die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle durch bakterielle Infektionen mit resistenten Keimen noch weiter steigen.

Antibiotika in der Tierhaltung

Antibiotika in der Tierhaltung: Eine Gefahr auch für den Menschen

Ein weiterer wesentlicher Faktor neben der übermäßigen Anwendung von Antibiotika bei Menschen, der ebenso ursächlich für die steigenden Zahlen an resistenten Keimen sind, ist der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der konventionellen Nutztierhaltung, denn auch hier sind die Konsequenz resistente Keime. Es gibt Hinweise, dass sich gegen Antibiotika unempfindliche Bakterien nicht nur in den Nutztieren selbst finden, sondern auch in deren Umfeld. Für Mensch und Tier gleichermaßen stellen resistente Keime daher eine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Bei der Reduktion des Antibiotika-Einsatzes bei Nutztieren ist einiges in Bewegung, denn der Anteil der eingesetzten antimikrobiellen Medikamente bei Nutztieren und in der Aquakultur soll in den nächsten Jahren um 50% reduziert werden.

Integrative Medizin - Miteinander statt Gegeneinander

Der Beitrag der Integrativen Medizin zum Erhalt der Wirksamkeit

Weltweit werden antibiotische Medikamente oft unkritisch und ungerechtfertigt eingesetzt. Solche nicht erforderlichen Verordnungen von Antibiotika können durch den Beitrag von Behandlungsmethoden der Integrativen Medizin reduziert werden. Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen trägt auch die Homöopathie als effektiver Lösungsansatz einen wesentlichen Teil zum Erhalt der Wirksamkeit dieser Medikamente für den Einsatz bei schweren Infektionserkrankungen bei.

Anlässlich der Antibiotika Awareness Week zeigte die Schweiz auf wie sich Entzündungen komplementärmedizinisch behandeln lassen

Integrative Therapieansätze zur Antibiose hält die Komplementärmedizin bereit. In der Publikumsveranstaltung „Reduzierter Antibiotikaeinsatz dank Komplementärmedizin” erklären Experten auf welche Behandlungsansätze sie erfolgreich zurückgreifen.

Gynäkologin Gesa Otti-Rosebrock beschreibt, dass bei vielen entzündlichen Frauenkrankheiten Phytotherapie eingesetzt werden kann. Prof. Dr. med. Jürgen Pannek, Chefarzt am Paraplegiker-Zentrum Notwill, stellt gleich ein ganzes Arsenal von komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten für Harnwegsinfekte vor. Veterinärmediziner Alfons Knüsel setzt auf Homöopathie und hat erfolgreiche Behandlungsstrategien entwickelt, mit denen er den Antibiotika-Einsatz bei seinen tierischen Patienten reduzieren konnte. Als Basis dient dem Tiermediziner die Review „Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die ­Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick.” von Weiermayer et al. 2020.

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Paradigmenwechsel bei der Behandlung der Streptokokkenangina bei Kindern

Auch Eltern von kränkelnden Kindern tragen durch ihr Verhalten zur Resistenzbildung bei. Nicht selten werden schon beim kleinsten Schnupfen oder harmlosen Infekten Antibiotika gefordert und dann auch verschrieben. Ein Beispiel für eine meist harmlose, selbstlimitierende Erkrankung, bei der eine gute Symptomlinderung von wesentlicher Bedeutung ist, ist die Streptokokkenangina.

In vielen Fällen kann, wie man heute weiß, eine primär antibiotikafreie Therapie empfohlen werden. Denn der Einsatz von Antibiotika verkürzt weder die Symptomdauer, noch ist er indiziert um heute extrem seltene Komplikationen wie akutes rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis zu verhindern.

Komplementärmedizinisch arbeitende Ärzte berichten aus ihrer Praxis, dass die antibiotikafreie Therapie der Streptokokkenangina die normale Darmflora schont und so eine Streptokokken­immunität fördern könnte, die vor Rezidiven schützt.

Das Risiko der symptomatischen Ansteckung eines Familienmitgliedes eines Erkrankten ist etwa 5%, wobei die Ansteckung vermutlich in der Zeit vor der antibiotischen Therapie stattfindet. Das Ansteckungsrisiko kann durch prophylaktische Antibiotikagabe bei den Geschwistern kaum weiter gesenkt werden. Eine antibiotische Behandlung, um die Ansteckungen von anderen Familienmitgliedern oder Kindern zu verhindern, ist daher nicht notwendig.

Es gibt aber durchaus einige wenige Indikationen für Antibiotika. Der Schweregrad einer Erkrankung und damit die Entscheidung für oder gegen Antibiotika liegt bei dem erfahrenen behandelnden Arzt.

Veränderung guter Medizin im Einklang mit neuen Daten

Eine Cochrane Analyse zeigt bei der Gabe von Antibiotika gegen Streptokokkenangina einen, im Vergleich zu Placebo, nur bescheidenen Effekt auf die Symptomdauer. Komplementärmediziner können berichten, dass es an Streptokokkenangina erkrankten Kindern bei guter Symptomlinderung mit komplementärmedizinischen Therapien schnell besser geht – ohne die Gabe von Antibiotika. Unnötige Antibiotikatherapien kann sich die Medizin bei der sich zunehmend verschlechternden Resistenzsituation nicht mehr leisten.

Das Ziel die wissenschaftliche Evidenz der Komplementären und Integrativen Medizin zu verbessern und dadurch einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu leisten hat sich auch das Projekt „KIG-BaWü“ gesetzt. Denn gute Medizin verändert sich im Einklang mit neuen Daten.