Krankheit und Gesundheit aus homöopathischer Sicht
Krankheit und Gesundheit aus homöopathischer Sicht
27. November 2020
Homöopathie und konventionelle Methoden zusammen ergeben die integrative Medizin
Wann brauchen konventionelle Medizin und Homöopathie einander?
26. März 2021

Homöopathie in der Geburtshilfe

Homöopathie in der Geburtshilfe

Kinder zu bekommen ist ein Wunder – und ein Wagnis. Geht es darum die anstehende Geburt zu planen, können sich werdende Mütter für unterschiedliche Geburtskonzepte entscheiden. Die Geburtsmedizin ist gekennzeichnet von Routineabläufen, technischer Überwachung und medikamentöser Einflussnahme. Die Geburtshilfe ist auf eine naturgemäße Schwangerschaft und Geburt ausgerichtet. Der ganzheitliche Ansatz der Homöopathie kann die Gebärende nicht nur körperlich, sondern auch seelisch positiv unterstützen.

Selbstbestimmt gebären

Sofern keine Risikofaktoren vorliegen, die eine natürliche Geburt verhindern oder die medizinische Interventionen notwendig machen, können werdende Mütter heute selbst bestimmen, wie ihr Baby geboren werden soll. Wenn der Zeitpunkt der Geburt gekommen ist, entscheiden sich viele Frauen dafür, sich dem natürlichen Prozess hinzugeben und auf ihre körperliche und seelische Stärke zu vertrauen. Dabei können gemeinsam mit fachkundigen Homöopathen sorgsam ausgewählte homöopathische Mittel nicht nur die Schwangerschaft und den Geburtsprozess, sondern auch die Zeit im Wochenbett wesentlich erleichtern. Die Homöopathie in der Gynäkologie war auch bei der 25. Jahrestagung der ÖGHM, ÖGHV und ÄKH ein zentrales Thema.

Da es während Geburten vorkommen kann, dass unter Umständen schnell gehandelt werden muss, sollten Schwangere bereits vor der Geburt mit ihrer Hebamme oder ihrem Homöopathen auswählen, welche homöopathischen Arzneimittel für die Geburtshilfe in Frage kommen könnten.

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett als verändernde Erfahrungen

Für die werdende Mutter bringt die Zeit, in der in ihrem Bauch neues Leben entsteht, körperliche Veränderungen und psychische Belastungen mit sich. In der Schwangerschaft wünschen sich Frauen deshalb kompetent behandelt und umsorgt zu werden. Sie entscheiden sich aus diesem Grund immer häufiger für eine homöopathische Begleitung. Denn in der Homöopathie werden körperliche und psychische Beschwerden in ihrer Gemeinsamkeit betrachtet und nicht voneinander getrennt.

Konventionelle Medikamente werden von vielen Schwangeren wegen möglicher Nebenwirkungen kritischer als zuvor gesehen. Hier bietet sich die sanfte Homöopathie mit ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten als gute Behandlungsoption an.

In der Schwangerschaft können typische Beschwerden wie Brustprobleme, Schlafstörungen und Verdauungsprobleme ebenso homöopathisch behandelt werden, wie Kopfschmerzen oder Wadenkrämpfe. Da es sich bei der Homöopathie um eine individualisierte Medizin handelt, erlaubt sie es auch unterschiedliche Beschwerden, die zeitgleich auftreten, mit einer einzigen homöopathischen Arznei erfolgreich zu behandeln. Die häufig auftretende Schwangerschaftsübelkeit kann z.B. mit Nux vomica, oder – je nach individuellen Symptomen – auch mit weiteren homöopathischen Arzneien wie zum Beispiel Arsenicum album behandelt werden.

Auch unter der Geburt kann die Gebärende mit Hilfe der Homöopathie unterstützt werden, indem zum Beispiel Wehen gefördert und Schmerzen gelindert werden. Nachwehen, Brustdrüsenentzündungen oder postnatale Depressionen können im Wochenbett homöopathisch behandelt werden.

Homöopathische Geburtshilfe

Caulophyllum: Die Frauenwurzel ist ein wichtiges Heilmittel nach dem Einsetzen der Wehen, wenn diese eher schwach oder unregelmäßig sind oder nicht richtig in Gang kommen. Des Weiteren wird Caulophyllum zur Entspannung und Erweiterung des Muttermundes bei Starrheit und Rigidität eingesetzt.

Pulsatilla: Die Kuh- oder Küchenschelle genannte Heilpflanze passt oft bei sanften, oft eher schüchternen und empfindlichen Frauen, die sich Zuspruch und Trost wünschen. Pulsatilla kommt insbesondere für die Behandlung bei Wehenschwäche in Frage. Neben ihrem Einfluss auf die Wehentätigkeit hat Pulsatilla schon des Öfteren gezeigt, dass eine Behandlung mit der Arznei in der Lage ist das Kind in der Gebärmutter zu drehen und somit eine vorgeburtliche Fehllage des Kindes zu korrigieren.

Gelsemium: Der Wilde Jasmin ist in der Eröffnungsphase der Geburt das Hauptmittel zur Erweiterung des Muttermundes. Diese homöopathische Arznei vermag eine Anregung der Wehentätigkeit, vor allem bei krampfartigen Kontraktionen, zu leisten.

Belladonna: Wenn die Schmerzen in der fortgeschrittenen Eröffnungsphase unerträglich stark werden, kommt häufig das homöopathische Mittel der Tollkirsche zur Anwendung. Belladonna schafft Abhilfe bei zu starken Wehen, bei übermäßigem Schwitzen und bei Stimmungsschwankungen.

Homöopathische Begleiter nach der Geburt

Arnika: Bei Geburtsverletzungen, wie sie zum Beispiel nach invasiven geburtsmedizinischen Maßnahmen wie Dammschnitt, Saugglockengeburt oder Kaiserschnitt auftreten können, kann Arnika Linderung verschaffen. Auch bei schmerzhaften Nachwehen entfaltet Arnika seinen wohltuenden Effekt.

Staphisagria: Operative Eingriffe, wie Kaiserschnitt oder Dammschnitt, hinterlassen körperliche und psychische Beschwerden. Zur Vorbeugung von Verwachsungen und zur Behandlung von Verwachsungsbeschwerden, sowie bei Verhärtungen im Wundbereich gilt das Stephanskraut als optimales Arzneimittel.

Wer bietet vor der Geburtshilfe eine homöopathische Begleitung in der Schwangerschaft an?

Geburten sind nicht im Detail planbar, einige Weichen kann man aber dennoch stellen. Werdende Mütter können sich bereits in der Schwangerschaft von Homöopathen begleiten lassen. Dies können speziell ausgebildete Ärzte oder auch Hebammen sein. In Deutschland können sich werdende Mütter zudem an homöopathisch arbeitende Heilpraktiker wenden. In der Schweiz sind homöopathisch arbeitende Naturheilpraktiker eine zusätzliche Anlaufstelle.

Schwangere oder frisch gebackene Mütter profitieren von Homöopathen, die sich die homöopathische Heilkunst über viele Jahre mit sehr viel Disziplin und Hingabe erarbeitet haben und diese mit hoher Fachkompetenz auch in der Geburtshilfe anwenden.

„Geburt ist wie über eine ganz schmale Brücke gehen – es können Dich Menschen zur Brücke begleiten, es können Dich welche am anderen Ende in Empfang nehmen, aber über die Brücke gehst Du alleine.“ (afrikanisches Sprichwort)