Wann brauchen konventionelle Medizin und Homöopathie einander?

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Wann brauchen konventionelle Medizin und Homöopathie einander?

Homöopathie und konventionelle Methoden zusammen ergeben die integrative Medizin

Die Zusammenarbeit von konventioneller und homöopathischer Behandlung gestaltet sich immer wieder schwierig. Oft werden Homöopathika kritisiert nicht wirksam zu sein oder es wird in Frage gestellt, ob die Homöopathie der evidenzbasierten Medizin zuzurechnen ist. Konventionellen Methoden wird wiederum vorgeworfen, durch Nebenwirkungen mehr Schaden anzurichten als zu heilen. Patienten haben oft das Gefühl, sie müssten sich zwischen den verschiedenen Behandlungsansätzen entscheiden. Im Sinne der Erkrankten ist es jedoch weitaus konstruktiver das „Kriegsbeil“ zu begraben und mit einer wertschätzenden Grundhaltung zusammenzuarbeiten. Nur so kann eine maßgeschneiderte und individuelle Therapie entstehen, die keine Scheuklappen kennt und alle Optionen nutzt, um die Patienten zu heilen.

Integrative Medizin

Die soeben angesprochene Zusammenarbeit der Disziplinen wird als „Integrative Medizin“ bezeichnet. Es gibt hierfür verschiedenste Definitionen. Sie alle haben jedoch eines gemeinsam: Die nicht hierarchisch gegliederte, interdisziplinäre Kombination von komplementärer und konventioneller Medizin. Das primäre Ziel liegt in einem gemeinsamen Behandlungsplan, der den Patienten unter Berücksichtigung aller körperlich-seelisch-geistigen, konsitutionellen, biographischen, sozialen und umweltbedingten Faktoren in den Mittelpunkt stellt und ganzheitlich betrachtet.

Homöopathie als Komplementärmedizin

Ärzte mit homöopathischer Zusatzausbildung nutzen selbstverständlich auch die Möglichkeiten der konventionellen Medizin, wie beispielsweise Blutbefunde, MRTs, Röntgenbilder etc. Auch in der Therapie schließen sich die beiden Behandlungsmethoden nicht aus, sondern können einander ergänzen. Auch werden konventionelle Medikamente erst bei erfolgreicher homöopathischer Behandlung in Rücksprache mit den behandelnden Ärzten reduziert oder abgesetzt. Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit im Sinne des Patienten erforderlich.

Integrative Medizin Röngtenbild

Grenzen der Homöopathie – Stärken der Konventionellen Medizin

Die Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln stößt bei bestimmten Erkrankungen, wie beispielsweise einem insulinpflichtigen Diabetes oder bei schweren Verletzungen, an ihre Grenzen. Ein komplizierter Knochenbruch oder ein erheblicher Organschaden bedarf konventionell medizinischer Versorgung. Dies betrifft die gesamte Unfall-, Notfall- und Intensivmedizin, also überall dort, wo der Körper sich ohne schnellen Eingriff nicht selbst heilen kann. Dazu gehört auch die Schmerztherapie. Durch den Einsatz von Narkose und Schmerzmitteln hat der Körper bei schweren Erkrankungen die Zeit zu heilen, ohne dass die Psyche durch die Schmerzen Schaden nimmt. Begleitend und unterstützend kann die Homöopathie aber auch in solchen Fällen eingesetzt werden.

Integrative Medizin Homöopathie

Schwächen der Konventionellen Medizin – Stärken der Homöopathie

Der wohl größte Vorteil der Homöopathie im Vergleich zur konventionellen Medizin liegt in der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen und der Behandlung von chronischen Krankheiten, bei denen die konventionelle Medizin oft an ihre Grenzen stößt. Dies ist zum Beispiel bei Erkrankungen wie chronische Gastritis oder Verdauungsbeschwerden, häufigen Bronchitiden, Sinusitiden, Allergien, Asthma oder Migräne der Fall. Auch in der Schwangerschaft oder in der Behandlung von kranken Kindern stellen homöopathische Arzneimittel eine vielfach bewährte Therapieoption dar, ohne bei der Einnahme eine Gefahr von Resistenzbildung oder allergischen Reaktionen einzugehen.

Zusammenarbeit in der Krebstherapie

Ein Beispiel, bei dem integrative Medizin, und vor allem die Zusammenarbeit von Homöopathie und konventioneller Medizin, große Vorteile bringt, ist die Behandlung von Krebs. Hier sind operative Eingriffe, eine Strahlenbehandlung oder Chemotherapie oftmals angeraten – doch homöopathische Arzneimittel unterstützen den Patienten im Heilungsprozess. Auch gegen die, mit einer solchen Behandlung verbundenen, Nebenwirkungen können Homöopathika hilfreich eingesetzt werden, sodass die Therapie noch wirkungsvoller werden kann.

Integrative Medizin Zusammenarbeit

Zusammenfassend ist für die Patienten eine Zusammenarbeit von konventionellen und komplementärmedizinischen Therapien am Sinnvollsten. Ein professioneller interdisziplinärer Austausch anstelle von engstirnigem Reduktionismus und dogmatischer Ausgrenzung, sollte zum Wohle der Patienten in einer bunten, pluralistischen Welt daher selbstverständlich sein.